Tag: Perinatal

Selbstmordgefährdung

Wir können heute aufgrund empirischer Untersuchungen sagen, dass die Selbstmordinszenierung in ihrer jeweiligen Ausgestaltung dem Ablauf der Geburt folgt. Wenn eine Geburt mit gewaltsamen Beeinträchtigungen verbunden war, dann wird der Tod durch gewalttätige Mittel, wie Sich-vor-den-Zug-Werfen oder Erschießen, gesucht, wenn aber die Geburt durch eine narkotische Betäubung bestimmt war, dann wird der Tod eher durch bewußtseinslähmende Mittel wie Schlaftabletten o.ä. angestrebt.

Immer wieder wird in der Literatur der Wunsch des Suizidenten betont, sich wieder mit dem mütterlichen Urwesen zu vereinigen, was nur über eine geburtsregressive Rückkehr in die pränatale Welt möglich erscheint. Insofern sind die Suizidinszenierungen entgleiste Wiedervereinigungs- und Wiedergeburtsbemühungen, um sich in einer ausweglosen Lebenssituation zu erneuern. Dieses Gefühl der Ausweglosigkeit kann wiederum eine Wurzel in einer pränatalen oder perinatalen Schädigung haben.

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Psychology for the Future Lessons from Modern Consciousness Research

The objective of this paper is to summarize my experiences and observations concerning the nature of the human psyche in health and disease that I have amassed during more than fifty years of research of non-ordinary states of consciousness.

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It is hard to imagine that Western academic circles will continue indefinitely ignoring, censoring, and misinterpreting all the extraordinary evidence that has in the past been amassed in the study of various forms of holotropic states of consciousness. Sooner or later, they will have to face the challenge of the new data and accept their far-reaching theoretical and practical implications. I firmly believe that in not too distant future the old materialistic world view will be replaced by a new comprehensive vision of reality, which will integrate modern science with spirituality and Western pragmatism with ancient wisdom. I have no doubt that it will include as an important element the new revolutionary understanding of consciousness, human nature, and the nature of reality that has emerged from the study of holotropic states.

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Perinatal Roots of Violence

There is no doubt that traumatic experiences and frustration of basic needs in childhood and infancy represent an important source of ‘malignant aggression’. However, in the last several decades, psychedelic research and deep experiential psychotherapies have revealed additional significant roots of violence in deep recesses of the psyche that lie beyond postnatal biography. Thus feelings of vital threat, pain, and suffocation experienced for many hours during the passage through the birth canal generate enormous amounts of murderous aggression that remains repressed and stored in the organism. As Sigmund Freud pointed out in his book Mourning and Melancholia, repressed aggression turns into depression and self-destructive impulses. Perinatal energies and emotions thus by their very nature represent a mixture of murderous and suicidal drives.

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Überlegungen zur Psychodynamik von Verschwörungstheorien

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Das bisher übliche mehr oder wenig deskriptive Beschreiben der Verschwörungstheorien ist eben unzureichend und angesichts der gesellschaftspolitischen Bedeutung der Thematik auch problematisch, entspricht aber der im akademischen Bereich immer noch selbstverständlichen Ausblendung der pränatalpsychologischen und psychohistorischen Dimension unserer Lebenswirklichkeit.

Dabei wird die politische Dimension der Unterbewertung der primären Kindheitsbedingungen für die Friedensfähigkeit einer Gesellschaftund eben die Resistenz gegenüber der emotionalen Erleichterung durch Verschwörungstheorien m. E. massiv unterschätzt. So bin ich überzeugt, dass die blinde Überzeugung, dass die Eliten „die Menschheit unterdrücken wollen“ und sie den Menschen irgendwie bösartig schaden wollen (Beuth u.a. 2020), mit Traumatisierungen und Überforderungen am Lebensanfang zusammenhängt.

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Vielleicht ist die Geburt unausweichlich in unserem Gefühl zu eng mit dem Tod verbunden

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Ich habe diese englische Hebamme so ausführlich zitiert, weil ich ihren Aufsatz, der 1924 in der »Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse« erschien, für ein Dokument menschlicher Einfühlung und mutiger Wahrhaftigkeit halte. Der Artikel schildert zum einen die erschreckende Uneinfühlsamkeit im Umgang mit dem Neugeborenen in der damaligen Zeit und gibt gleichzeitig auch eine Fülle von Anregungen, die in der modernen Geburtsbewegung inzwischen umgesetzt sind. Dorothy Garley hat durch ihre Worte das Tabu gebrochen, wahrhaftig und öffentlich über die Notseite der Geburt und des Geborenwerdens zu sprechen. Wir wissen, dass auch unter den Psychoanalytikern nur ganz wenige die Kraft und den Willen hatten, hier offen zu sein. Eine davon ist Phyllis Greenacre, die in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts Artikel über die lebensgeschichtliche Bedeutung der Geburtsangst schrieb, doch ahnungsvoll bemerkte:

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